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Abzocke mit EEG-Umlage

Verbraucher gewähren Energiewirtschaft Milliardenkredit

Heidelberg – Verivox hat ermittelt, dass der falsch prognostizierte Anstieg der EEG-Umlage für die privaten Haushalte in Deutschland eine Mehrbelastung von über 1,3 Milliarden Euro darstellt.

Am 15. Oktober 2010 haben die vier Übertragungsnetzbetreiber die EEG-Umlage, mit welcher der Ausbau der Erneuerbaren Energien finanziert wird, für das Jahr 2011 bekannt gegeben. Sie ist von 2,05 Cent auf 3,5 Cent pro Kilowattstunde gestiegen. Die Stromversorger haben diese erhöhte Abgabe prompt an die Verbraucher weitergegeben. Seit dem Jahreswechsel erhöhten 750 Grundversorger die Preise um durchschnittlich 7 Prozent und verwiesen dabei meistens auf die gestiegene EEG-Umlage.

Nun hat sich herausgestellt, dass die EEG-Umlage zu hoch angesetzt wurde. Der Grund dafür ist, dass im Jahr 2010 weitaus weniger Solaranlagen neu installiert wurden als angenommen. Ein Sprecher des Bundesumweltministeriums teilte dem Branchendienst Energate mit, dass die EEG-Umlage eigentlich nur auf 2,7 Cent pro Kilowattstunde hätte ansteigen müssen.

Das zu viel gezahlte Geld würde zwischen Übertragungsnetzbetreibern und Energieversorgern mit der EEG-Umlage des Jahres 2012 verrechnet. Doch was kommt davon bei den Verbrauchern an?

„Ob es sich bei der Fehlprognose um Absicht oder einen Rechenfehler handelt, kann derzeit noch nicht abschließend beurteilt werden. In beiden Fällen ist das Resultat eine unnötige Milliardenbelastung privater Haushalte zugunsten der Energiewirtschaft“, so Peter Reese, Leiter Energiewirtschaft bei Verivox.

Rechenfehler führt zu Milliardenbelastung für Haushalte

Im Oktober 2010 lag der Verivox-Verbraucherpreisindex Strom bei 23,08 Cent pro Kilowattstunde. Durch die Erhöhung der EEG-Umlage stieg dieser Wert um 7,5 Prozent auf einen Bruttopreis von 24,81 Cent/kWh. Für einen Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 kWh haben sich die jährlichen Stromkosten damit um 69 Euro auf durchschnittlich 992 Euro pro Jahr erhöht.

Wäre die EEG-Umlage nur auf 2,7 Cent pro Kilowattstunde angestiegen, hätte sich der durchschnittliche Kilowattstundenpreis lediglich um 3,4 Prozent auf 23,86 Cent erhöht. Der Musterhaushalt hätte somit nur rund 31 Euro pro Jahr mehr bezahlen müssen.

Geht man von 40 Millionen Haushaltskunden mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 3500 kWh aus, summieren sich die unnötig gezahlten Stromkosten auf mehr als 1,3 Milliarden Euro. Für jeden Haushalt bedeutet das eine durchschnittliche Mehrbelastung von 33 Euro.

Verivox | 07.03.2011


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  1. T
    20.02.2016 um 17:07

    das Rechtsgutachten von Prof. Dr. Hans-Peter Schwintowski zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das gestern an der Humboldt-Universität öffentlich präsentiert wurde.

    Das Gutachten (siehe Anhang) trägt den Titel:

    „Rechtswissenschaftliche Analyse zum Fördersystem
    des Erneuerbare-Energien-Gesetzes auf dem Prüfstand
    des Verfassungs- und Europarechts“

    Die Presseinformation (ebenfalls im Anhang) liest sich drastisch:

    „Seit Jahren warnen wir die Bundesregierung,
    Abgeordnete und Verbände vor diesen Mängeln und möglichen Konsequenzen. Vor
    allem die Politik hat sich diesen Argumenten bisher komplett ven/veigert und
    versucht, das kaputte System EEG durch Detailkorrekturen zu retten. Die Analyse von
    Prof. Schwintowski zeigt, dass dieses Vorhaben zum Scheitern verurteilt ist. Je mehr
    sich diese Erkenntnis verbreitet, desto größer wird die Verunsicherung der Wirtschaft
    und der Kunden werden. Ausbleibende Investitionen, teure Gerichtsverfahren und
    ein negatives Image für die Energiewende werden die Konsequenzen einer Politik
    sein, die sich Erkenntnissen und Lösungen zu lang verweigert hat.”

    „Aus den Mängeln des EEG
    ergeben sich formal ein Klageanspruch jedes Stromkunden gegen die Zahlung und ein
    Rückzahlungsanspruch aus der Vergangenheit. Die Ansprüche würden sich zunächst
    gegen die Netzbetreiber und dann gegen die Produzenten richten.

    Siehe auch:
    http://www.presseportal.de/pm/119643/3254017

    Medienberichte in den großen Tageszeitungen/ im Radio/ Fernsehen sucht man jedoch vergebens.
    Haben wir etwa doch eine weitgehend „Staatstreue“ Berichterstattung? Über dieses Thema wird doch sonst regelmäßig und ausführlich berichtet. Warum hier nicht?

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