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Brandenburg schafft sich ab

Schülerzahlen Land Brandenburg

BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG: „DIE KERZE BRENNT VON BEIDEN SEITEN“

Potsdam – Heute legte das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg aktuelle Ergebnisse zur Entwicklung der Schülerzahlen im Land Brandenburg vor. Das Ergebnis: Der seit Jahren anhaltende Abwärtstrend setzt sich auch in diesem Schuljahr deutlich fort. „Hier kann man das bedrohliche Anwachsen der zweiten Leerstandswelle beobachten“, kommentierte Maren Kern, Vorstandsmitglied beim Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. (BBU).

Im laufenden Schuljahr lernten an Brandenburgs allgemeinbildenden Schulen im Vergleich zum Schuljahr 2006/2007 fast 20.000 Schüler weniger. Das entspricht einem Rückgang von 8,1 Prozent. „Dieser Schwund entspricht der Einwohnerzahl von Luckenwalde oder Prenzlau und macht das Ausmaß der zweiten Leerstandwelle deutlich, die auf Brandenburgs Städte zurollt“, so Kern weiter.

Die Bevölkerungsentwicklung gleiche einer von beiden Seiten brennenden Kerze: „Auf der einen Seite sterben alte Menschen, auf der anderen Seite kommen keine jungen Menschen nach.“ Auf diese Weise potenziere sich der Bevölkerungsverlust, von dem vor allem der Berlin ferne Raum betroffen sei.

Spree-Neiße und Frankfurt besonders hart getroffen

Noch dramatischer stellt sich die Entwicklung auf regionaler Ebene dar. Hier liegen die aktuellsten Zahlen für das Schuljahr 2009/2010 vor. Demnach sank die Schülerzahl an allgemeinbildenden Schulen in 17 von 18 Landkreisen und kreisfreien Städten. Angeführt wird die Schrumpfungsliste dabei vom Landkreis Spree-Neiße (- 21,3 %). An zweiter Stelle folgt Oberspreewald-Lausitz (- 17,1 %). Bei den kreisfreien Städten befindet sich Frankfurt (Oder) an der Spitze (- 16,7 %), Brandenburg an der Havel folgt auf Platz zwei

(- 11,7 %). Einzig Potsdam konnte steigende Schülerzahlen verzeichnen (+ 2,5 %). Kern: „Besonders erschreckend bei diesen massiven Einbrüchen um bis zu einem Fünftel ist, dass sie sich innerhalb eines so kurzen Zeitraums ereignet haben.“

Dringend erforderlich: Fortsetzung der Altschuldenhilfe

Vor dem Hintergrund der auf die brandenburgischen Städte zurollenden zweiten Leerstandswelle forderte Kern die Bundesregierung auf, sofort konkrete Vorstellungen zu einer Fortschreibung der Altschuldenhilferegelung vorzulegen. „Der Bundesregierung muss klar sein, dass der Stadtumbau ohne eine Fortschreibung der Altschuldenhilferegelung und frischem Geld massiv ins Stocken gerät. Viele Wohnungsunternehmen müssen wegen des Fehlens dieser Anschlussregelung dringend erforderliche Abrissprojekte auf Eis legen. Wer diese Tatsachen ignoriert und Entscheidungsbedarf leugnet, lebt in einer Traumwelt.“

BBU
17.12.2011

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