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Warum der Strom immer teurer wird

BDEW zur Entwicklung Erneuerbarer Energien 2010:
Erneuerbare decken 17 Prozent des Strombedarfs

Anteil der Windenergie ging aufgrund des schwachen Windjahres 2010 leicht zurück

Berlin, 16. Dezember 2010 – Der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Deckung des Strombedarfs in Deutschland ist auch im Jahr 2010 weiter gestiegen: Die Erneuerbaren tragen mit 102,3 (2009: 95) Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) inzwischen 17 (16,4) Prozent zum Strombedarf bei, teilte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) heute auf Grundlage erster Schätzungen für das Jahr 2010 mit. „Erfreulicherweise stellen die Erneuerbaren Energien einen immer größeren Anteil am deutschen Strombedarf“, so Hildegard Müller, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. Aufgrund der überwiegend schwankenden Produktion und der fehlenden Speichertechnologien seien die Erneuerbaren allerdings noch weit davon entfernt, ausreichend Grundlaststrom bereit zu stellen. So ging der Anteil der Windenergie, die auch in Zukunft den größten Anteil an Erneuerbaren Energien stellen soll, nach Angaben des Branchenverbandes trotz des weiteren Zubaus von Windenergieanlagen in diesem Jahr leicht um drei Prozent zurück. Grund hierfür ist das insgesamt schwache Windjahr 2010.

Die Photovoltaik trug zwei Prozent zur Deckung des Strombedarfs in Deutschland bei. Über die EEG-Umlage wird Solarstrom die Verbraucher allerdings allein im Jahr 2010 mindestens 3,3 Milliarden Euro kosten. 2011 wird dieser Betrag um mehr als das Doppelte auf 6,8 Milliarden Euro steigen. Über 50 Prozent der EEG-Umlage werden damit im kommenden Jahr in die Förderung der Photovoltaik fließen – trotz ihres eher geringen Anteils. „Diese Zahlen zeigen erneut die Notwendigkeit einer stärkeren Marktintegration der Erneuerbaren Energien, wenn wir die Kosten im Griff behalten und die Verbraucher nicht über Gebühr belasten wollen“, so die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

Ein zukunftsfähiger Kraftwerkspark müsse außerdem ein sinnvolles Spektrum an Anlagengrößen von der dezentralen Kraft-Wärme-Kopplung bis hin zu zentralen Großkraftwerken für die Grundlastversorgung umfassen, betonte Müller.

Die Zahlen im Einzelnen: An erster Stelle lag 2010 nach BDEW-Berechnungen erneut die Windenergie: Trotz eines leichten Rückgangs kam sie auf einen Anteil von 6,2 (2009: 6,7) Prozent. Es folgte die Biomasse mit 4,7 (4,4) Prozent und die Wasserkraft mit 3,2 Prozent (3,3. Einen Zuwachs gab es auch bei der Photovoltaik, die 2,0 (1,1) Prozent Strom lieferte. Der Anteil regenerativen Stroms aus Müllkraftwerken betrug 0,8 (0,9) Prozent.

Aussender: BDEW
16.12.2010

Hinweis: die Überschrift ist nicht vom BDEW

  1. icke
    28.12.2010 um 15:52

    Presseinformation
    BDEW, 28.12.2010

    BDEW zur aktuellen Strompreis-Diskussion:
    Hohe Steuern und Abgaben belasten die Strompreise

    Deutsche und dänische Stromkunden zahlen die höchsten Staatslasten / BDEW: EEG-Umlage führt 2011 zu weiterem Anstieg der Abgaben

    Berlin, 28. Dezember 2010 – Die deutschen Haushalte zahlen mit ihrer Stromrechnung nach Dänemark europaweit die höchsten staatlichen Steuern und Abgaben: ihr Anteil am Strompreis liegt nach Angaben des statistischen Amts der Europäischen Union Eurostat bei 41 Prozent. Insbesondere der sprunghafte Anstieg der Umlage aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zum Jahreswechsel um über 70 Prozent wird dafür sorgen, dass dieser staatlich vorgegebene Strompreisbestandteil noch weiter steigt. Diese Fakten vermisst der BDEW auch in der aktuellen Diskussion anlässlich der Strompreiserhöhungen zum Jahreswechsel. Die meisten Äußerungen zur Strompreisdiskussion lassen laut BDEW wichtige Zusammenhänge bei der Strompreisbildung außen vor. Dazu zähle laut BDEW auch, dass neben den Staatslasten im Bundesdurchschnitt auch die Netzentgelte gestiegen sind.

    Deutschland liegt nach Eurostat-Angaben im ersten Halbjahr 2010 mit einem Anteil der Staatslasten am Strompreis für Haushaltskunden in Höhe von 41,9 Prozent nur noch hinter Dänemark, das mit 56,3 Prozent europaweit den höchsten Wert erreicht. Auf den weiteren Plätzen folgen Schweden (35,0 Prozent), Portugal (31,0), Estland (28,4), Österreich (26,8), Norwegen (26,8), Frankreich (26,6), Niederlande (25,7) und Finnland (24,7).

    Hauptursache für den starken Anstieg der staatlichen Steuern und Abgaben am Strompreis sei vor allem die zur Förderung der Erneuerbaren Energien erhobene EEG-Umlage. Verbraucher werden im Jahr 2011 3,530 Cent für jede Kilowattstunde (kWh) Strom zur Förderung des Aus-baus der Erneuerbaren zahlen. Im Jahr 2010 lag die EEG-Umlage noch bei 2,047 Cent/kWh. Durch die EEG-Umlage steigt nach BDEW-Schätzungen der bisherige Kostenbestandteil „EEG-Mehrkosten“ für einen Drei-Personen-Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh von monatlich knapp sechs Euro im Jahr 2010 auf 10,30 Euro im Jahr 2011; dabei kommt die Mehrwertsteuer noch hinzu. Der BDEW schätzt, dass die Gesamtbelastungen aus der EEG-Umlage für die Kunden von rund 8,2 Mrd. Euro im Jahr 2010 (2009: 5,3 Mrd. Euro) auf voraussichtlich 13,5 Milliarden Euro im Jahr 2011 steigen werden.

    Außerdem hat es nach BDEW-Angaben auch Veränderungen nach oben bei den von der Bundesnetzagentur kontrollierten Netznutzungsentgelten gegeben. Den Entlastungseffekten aus der Herausrechnung der EEG-Kosten bei den Übertragungsnetzbetreibern stünden erhöhende Effekte bei den Netzentgelten gegenüber. Dies sei unter anderem auf den dringend notwendigen Netzausbau, die damit verbundenen Investitionen und den Ausgleich von erneuerbaren Mengenschwankungen zurück-zuführen. Dies wirke sich je nach Situation im Netzgebiet und der Spannungsebene unterschiedlich auf die Strompreise aus. Der BDEW geht davon aus, dass sich die Netzentgelte insbesondere auf der Verteil-netzebene im Bundesdurchschnitt erhöht haben.

    Dass, wie in der aktuellen Diskussion behauptet, die Großhandelspreise am Strommarkt in den vergangenen anderthalb Jahren durchschnittlich gesunken sind, bezweifele niemand. Aber die Unternehmen kaufen den Strom nach Angaben des BDEW in mehreren Tranchen ein bis drei Jahre im Voraus ein. Diese Einkaufsstrategie minimiere grundsätzlich Risiken. Da Strom jedoch nicht in großen Mengen speicherbar sei und die Versorgung in den Tagesstunden, insbesondere in den Spitzenlastzeiten am Mittag und in den Abendstunden, zu großen Teilen mit Spitzenlast-Strom erfolge, müsse dieser kurzfristig hinzugekauft werden. Der Börsenpreis am Spotmarkt liegt aber deutlich über den in der Diskussion gern genannten Börsenpreisen, die sich in der Regel auf den langfristigen Terminmarkt beziehen, erläuterte der Branchenverband. Hinzu komme, dass für den zuverlässigen Betrieb der Stromversorgung auch Regel- und Ausgleichsenergie zum Ausgleich der Schwankungen in Erzeugung und Verbrauch notwendig sei, die ebenfalls zusätzliche Kosten für den Vertrieb verursache.

    Am Ende könnten somit die möglichen Vorteile aus dem Stromeinkauf aufgrund der gestiegenen EEG-Umlage und Netzentgelte von einigen Unternehmen nicht mehr kompensiert werden. Dies habe Preiserhöhungen zur Folge.

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  2. 16.12.2010 um 16:21

    Andere sehen das anders:

    „Liebe Freundinnen, liebe Freunde,

    das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist eine klimapolitische Erfolgsgeschichte ohne Beispiel. EU-Energiekommissar Günther Oettinger versucht nun, unter dem Deckmäntelchen der Europäischen Harmonisierung wesentliche Fortschritte dieses Gesetzes einzustampfen, um weiter Klientelpolitik für die großen Energiekonzerne machen zu können. So wäre der Ausbau der dezentralen Wind- und Solarenergie massiv gefährdet und damit auch Zehntausende von Arbeitsplätzen.

    Wir als Grüne/EFA-Fraktion im Europaparlament haben deswegen eine Kampagne gestartet, um über Oettingers trojanisches Pferd aufzuklären und die Öffentlichkeit zu mobilisieren. Bitte beteiligt Euch an dieser Kampagne! Leitet diese Mail an FreundInnen und Bekannte weiter und schreibt Herrn Oettinger selbst, was Ihr von seinen Plänen haltet:
    http://www.greens-efa.org/oettinger.

    Mit herzlichen Grüßen

    Euer Sven Giegold

    PS: Hier seht Ihr unsere heutige Anzeige in Financial Times, taz, Stuttgarter Zeitung, Südwestpresse und Badischer Zeitung sowie SPIEGEL ONLINE und taz online:
    http://oettinger.notlong.com

    BAUFÜSICK
    trägt gern zur Verbreitung dieser „Kampagne“ bei. Immerhin ist sie dazu angetan zum Nachdenken anzuregen. Aprops Klientelpolitik: Ist Klientelpolitik für Wind- und Solarenergie besser als Klientelpolitik „für die großen Energiekonzerne“ (die sich übrigens stark in Wind- und Solarenergie engagieren, weil sich auch da so schön Subventionen abfassen lassen)?

    Liken

  1. 17.10.2012 um 18:11
  2. 02.02.2011 um 17:26

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