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Energieverbrauch nimmt zu bzw. ab

Der BDEW meldet in seiner Presseinfo vom 10.12.2010:

„Energieverbrauch 1. bis 3. Quartal 2010:
Höhere Nachfrage von Gas und Strom

Absatz von Strom und Gas um 4,5 Prozent gestiegen / Verbrauchswerte erreichen noch nicht das Niveau vor Wirtschaftskrise

Berlin, 10. Dezember 2010 – Das anhaltende Wirtschaftswachstum in Deutschland führt zu einem deutlichen Anstieg der Nachfrage von Gas und Strom: Der Absatz ist in den ersten drei Quartalen 2010 um rund 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen. Das meldet der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) nach ersten Erhebungen. Mit diesem Verbrauchszuwachs werde allerdings noch nicht das Niveau vor Beginn der Wirtschaftskrise erreicht. Laut BDEW wurden durchschnittlich gut drei Prozent weniger Gas und Strom verbraucht als vor dem Konjunkturtief. Hierbei wirke sich aber auch die verbesserte Energieeffizienz aus.

Mit rund 398 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) lieferte die Energiewirtschaft in den ersten drei Quartalen dieses Jahres 3,9 Prozent mehr Strom an ihre Kunden als im entsprechenden Vorjahreszeitraum (Januar bis September 2009: 383 Mrd. kWh). Der Erdgasverbrauch stieg in den ersten neun Monaten 2010 im Vergleich zum Vorjahreswert um 5,2 Prozent auf 657 (625) Mrd. kWh.

Wichtigster Grund für den höheren Energieabsatz sei die positive Entwicklung der Industrieproduktion. Nach Angaben des Branchenverbandes ist die Industrie sowohl bei Strom als auch bei Gas größte Verbrauchergruppe mit einem Anteil von etwa 40 bis 45 Prozent. Der sehr kalte und lange Winter im ersten Quartal 2010 hat die Nachfrage nach Erdgas zusätzlich erhöht, so der BDEW.“

Gegenläufige Entwicklungen scheinen sich im Wohngebäudesektor abzuzeichnen:

„Weiterhin sinkender Energieverbrauch in Mehrfamilienhäusern
ista-IWH-Energieeffizienzindex 2009 – Neues Online-Datenangebot

Der Energieverbrauch für Raumwärme in Mehrfamilienhäusern ist rückläufig. Das zeigen die aktuellen Ergebnisse des ista-IWH-Energieeffizienzindex für die Abrechnungsperiode 2009. Gegenüber 2006 ist der bundesweite Indexwert von 107 auf 98,5 gesunken. Dies entspricht einem Rückgang des durchschnittlichen Energiebedarfs um rund  13,4 Kilowattstunden je Quadratmeter Wohnfläche (kWh/m2) pro Jahr bzw. um rund –8,9%.

Trotz dieser deutlichen Abnahme ist der Weg hin zu  einem klimaneutralen  Immobilienbestand noch sehr weit: Bundesweit verbrauchten Mehrfamilienhäuser im Jahr 2009 durchschnittlich rund 136 kWh/m2 – in den Neuen Ländern rund 124,5 kWh/m2 und in den Alten Ländern rund 139,5 kWh/m2.

Nach wie vor besteht ein erhebliches regionale Gefälle im Energieverbrauch. Näher betrachtet weisen der Norden und der Westen Deutschlands, verglichen mit östlichen und südlichen Regionen, deutlich höhere Energiekennwerte auf. Vor allem die Mehrfamilienhäuser in Küstennähe und in den Ballungsgebieten Nordrhein-Westfalens schneiden auch im Jahr 2009 schlechter ab als diejenigen in den anderen Landesteilen.“

Aus:
IWH-Pressemitteilung 68/2010
Halle (Saale), den 7. Dezember 2010

Was sagen uns diese Daten?
Der Verbrauchsrückgang um fast 9% in Mehrfamilienhäusern in der Abrechnungsperiode 2009. gegenüber 2006 erscheint auf den ersten Blick sensationell. Es gibt aber einige Umstände, welche die aufkeimende Freude trüben könnten. Zum einen sind Mehrfamilienhäuser nur ein Teil des Wohngebäudebestandes und nimmt man andere Zeitreihen zum Vergleich, darf dieser Wert auch geringer ausfallen. Entscheidend ist also eine Gesamtbetrachtung und zwar über längere Zeiträume. Letztendlich führt uns dies zu der Frage, was zu diesen Einsparungen geführt hat. Manche mögen fest daran glauben, dass es die exzessiven Repressalien des Gesetzgebers zum Wohle des Klimaschutzes seien, mithin Erfolge der immer anmaßender werdenden Energieeinsparverordnung. Es gibt aber auch Stimmen, die darauf verweisen, dass es die gestiegenen Energiepreise sind, die zu immer größerer Sparsamkeit führen.  Und wenn die Industrie aus dem Keller kommt, raucht der Schornstein wieder.

In Berlin heizen 40% nur 1 Zimmer.

Energieverbrauchsdaten kritisch betrachtet

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