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Zauberhafte Energiebedarfsberechnungen

„Kleines Kreuz mit großer Wirkung“ heißt ein interessanter Beitrag im Deutschen Ingenieurblatt. Es geht um einen Vergleich der Energiebedarfsberechnungen für Wohngebäude nach DIN 18599 und DIN 4108. Zitat:

„Auf Seite 2 des Energieausweises wird meistens das Kreuzchen für das Verfahren nach DIN V 4108-6/DIN V 4701-10 gesetzt und nicht für das Verfahren nach DIN 18599. Damit vergeben die so verfahrenden Planer die Möglichkeit, ihren Auftraggebern eine aussagefähige Gebäudeenergieeffizienz nachzuweisen, denn beide Verfahren weichen im Ergebnis nicht unbedeutend voneinander ab.
Wie groß diese Abweichungen sein können, zeigt dieser Beitrag, der einen solchen Vergleich dokumentiert und dabei die Widersprüche beider Berechnungsverfahren offenlegt.

Der Beitrag zeigt: Es ist eben nicht so einfach, eine Gebäudeenergieeffizienz seriös nachzuweisen, wie manche interessierte Seite dem Markt suggeriert. Dafür bedarf es eben doch eines fundierten Fachwissens.“

Für ein und dasselbe Gebäude beträgt der EnEV Anforderungswert zul. Qp“ je nach Verfahren (DIN 4108/4701 oder DIN V 18599) 70 bzw. 90 kWh/m²a. Weitere Abweichungen resultieren aus unterschiedlichen EnEV Berechnungsprogrammen, wie frühere Untersuchungen  (auch im DIB berichtet) zeigen.

Übrigens bedeutet das „V“ in DIN V 18599, dass es sich um eine Vornorm handelt und nicht um eine DIN Norm. Bei einer Vornorm handelt es sich um das Ergebnis der Normungstätigkeit, gegen welches Bedenken bestehen. Auch über die Fehleransammlung namens DIN V 18599 hat das DIB bereits berichtet.

Der Newsletter zum DIB ist ein Service der Fachverlag Schiele & Schön GmbH, Markgrafenstr. 11, 10969 Berlin. Solche Artikel mit kritischem Ansatz sind ein wohltuendes Pendant zu anderen, wie dem neulich erhobenen Lobgesang auf das praxisuntaugliche (Hauser, Januar 2003) Glaserverfahren. Verordnetes Falschrechnen hat nach wie vor Konjunktur. Statt Falschrechnen dürfen Sie auch gern Schönrechnen verwenden. Schönreden gibt es gratis dazu. Zumindest wenn es um Wärmedämmung in Verbindung mit der hanebüchenen U-Wert-Theorie geht.

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