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Die EnEV verteuert das Bauen

BERLIN. „Die im Oktober 2009 in Kraft getretene Energieeinsparverordnung hat das Bauen um fast zehn Prozent verteuert“, resümiert Thomas Penningh, Vorsitzender des Verbands Privater Bauherren (VPB). „Nach einem halben Jahr Erfahrung mit der neuen EnEV in der Praxis haben wir konkrete Ergebnisse, die das belegen. Zwischen einem Neubau nach EnEV 2007 und einem Neubau heute liegt fast der Wert eines Mittelklassewagens.“

Kostete ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit knapp 120 Quadratmetern Wohnfläche und 385 Kubikmetern umbauten Raum bislang rund 175.000 Euro, so verteuert sich der freistehende Neubau jetzt auf 182.500 bis 191.500 Euro, das sind zwischen 4,3 und 9,4 Prozent mehr als noch im vergangenen Herbst. „Die Preisdifferenz beruht auf unterschiedlichen Energiekonzepten“, erklärt Bausachverständiger Penningh. „Die Energieeinsparverordnung lässt Planern weitgehende Freiheit bei der Gestaltung und energetischen Auslegung eines Gebäudes. Energieeinsparpotenziale werden entweder durch moderne Heiztechnik oder durch Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung erreicht. Energie sparen lässt sich beim Neubau auch über zusätzliche Wärmedämmung. Diese Alternative ist allerdings auch die teuerste“, weiß Bausachverständiger Penningh.

Wer seinen Neubau mit dreifach verglasten Fenstern ausstattet und dazu rundum zwölf Zentimeter Wärmedämmung aufbringt, der bezahlt im Gegensatz zum herkömmlichen Haus heute 16.500 Euro mehr. Grund dafür ist der enorme Aufwand bei der Dämmung von Wänden, Bodenplatte und Dach. „Hier ist vor allem Handarbeit gefragt, und die kostet.“

Wer auf die Wärmedämmung verzichtet und seinen Massivbau (mit 36,5 Zentimeter dicken Ziegelaußenmauern) stattdessen mit moderner Heiztechnik ausstattet, der kommt günstiger davon. „Ein vergleichbares Wohnhaus ohne zusätzliche Dämmung, dafür mit zweifacher Fensterverglasung, einer Wärmepumpe oder Pelletheizung, kostet gegenüber der EnEV 2007 heute 10.000 Euro Aufpreis.“

„Am günstigsten fährt, wer auf moderne Brennwerttechnik setzt und sein Haus mit einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ausstattet. Ein solches Haus kostet lediglich 7.500 Euro oder 4,3 Prozent mehr als ein vergleichbares Haus nach der alten EnEV„, erläutert Thomas Penningh.

„Unsere Berechnungen widersprechen damit eindeutig landläufigen Bauherrenwünschen. Die meisten Bauherren halten irrtümlich die zusätzliche Wärmedämmung für die ideale Lösung. Dabei ist das die teuerste Variante von allen“, betont Bauexperte Penningh. Wer stattdessen auf Technik setzt, der kann 9.000 Euro sparen. Denken muss jeder Bauherr außerdem an die erneuerbaren Energien. Eine Solaranlage für die Warmwasserbereitung erfüllt in der Regel bereits die Anforderungen des Gesetzes. „Bei der Neubauplanung zeigt sich also in allen Details, wie wichtig die firmen– und produktneutrale Beratung im Vorfeld ist.“

VPB, 28.04.2010

Danke, lieber VPB. Endlich mal wieder jemand, der die Wahrheit ausspricht. Ein klein wenig mehr Konsequenz wäre angebracht. Es geht nicht nur darum, dass die per EnEV verordnete Subventionierung und Umsatzgenerierung für bestimmte Wirtschaftssegmente bereits seit der Wärmeschutzverordnung konsequent das Bauen verteuert. Vielmehr spricht die erwiesene Unwirtschaftlichkeit gegen den verordneten Wahn, da helfen auch keine schöngerechneten Sanierungsbeispiele und getürkten Ökobilanzen für bestimmte Technologien, z.B. solche die als Sondermüll-Zeitbombe an unseren Fassden herumhängen. Die Taschenspieler-Tricks mit dem dominanten U-Wert sind zudem aus volkswirtschaftlicher Sicht ein Desaster – von §5 EnEG redet schon gar keiner mehr. Schade, dass Gesetze nur selektiv propagiert werden.

Kategorien:EnEV, Wirtschaftlichkeit
  1. Es gibt noch keine Kommentare.
  1. 31.05.2012 um 07:50

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