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Über den Nutzen von Verbrauchsausweisen

Allerorten bekommen wir gepredigt, dass die Verbrauchs orientierten Energieausweise geradezu verboten seien und dass nur die Bedarfs orientierten Energieausweise das Allheilmittel zur Entscheidungsfindung in Vorbereitung einer energetischen Sanierung seien. Mit dem neuen Berliner Heizspiegel der Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz Berlin werden relativ moderate Auffassungen transportiert. Hört, hört.

„Verbrauchsausweis 

Insbesondere der Ausweis auf Verbrauchsbasis bietet erstmalig eine Chance, die tatsächliche energetische Qualität eines Gebäudes und seiner Heizanlage zu bestimmen. Der Berliner Heizspiegel geht einen Schritt weiter, nutzt die Berechnungsmethode des Energieausweises und ermittelt mit Hilfe des Verbrauchskennwertes eine „Effizienzklasse”. Um jedem Mieter die Chance zu geben, selber den entscheidenden Verbrauchskennwert des Ausweises zu ermitteln, ist das Verfahren des Berliner Heizspiegels auf die Berechnungsmethode der Energieeinsparverordnung abgestimmt. Wenn Sie z.B. mit unserem Heizkostenrechner einen Energiekennwert für drei aufeinanderfolgende Jahre ermitteln, den Warmwasseranteil hinzufügen und hieraus den Durchschnitt bilden, haben Sie den Kennwert eines Energieausweises selbst ermittelt!

Bedarfsausweis

Der Bedarfsausweis bezieht sich auf den theoretisch berechneten Primärenergiebedarf. Hierzu werden alle Bauteilflächen und deren Wärmeleitfähigkeiten bestimmt, die Anlagendaten und Rahmenparameter der Heizanlage erfasst und in einem speziellen Rechenprogramm die für die Beheizung erforderliche Primärenergie bestimmt. Dieser Ausweis lohnt sich besonders in Verbindung mit einer Energieberatung und der Vorbereitung einer Sanierung.“

http://Heizspiegel-Berlin.de

Was sagt dazu die EnEV als Bibel für den Gebäudebereich der Ersatzreligion Klimaschutz?

㤠17
Grundsätze des Energieausweises

(1) Der Aussteller hat Energieausweise nach § 16 auf der Grundlage des berechneten Energiebedarfs oder des erfassten Energieverbrauchs nach Maßgabe der Absätze 2 bis 6 sowie der §§ 18 und 19 auszustellen. Es ist zulässig, sowohl den Energiebedarf als auch den Energieverbrauch anzugeben.

(2) Energieausweise dürfen in den Fällen des § 16 Absatz 1 [„(1) Wird ein Gebäude errichtet, …“, aber auch bei (energetischer) Sanierung oder Nutzflächenerweiterung über 50%, MB] nur auf der Grundlage des Energiebedarfs ausgestellt werden.

In den Fällen des § 16 Absatz 2 [„(2) Soll ein mit einem Gebäude bebautes Grundstück, ein grundstücksgleiches Recht an einem bebauten Grundstück oder Wohnungs- oder Teileigentum verkauft werden, …“, MB] sind ab dem 1. Oktober 2008 Energieausweise für Wohngebäude, die weniger als fünf Wohnungen haben und für die der Bauantrag vor dem 1. November 1977 gestellt worden ist, auf der Grundlage des Energiebedarfs auszustellen. Satz 2 gilt nicht, wenn das Wohngebäude

1. schon bei der Baufertigstellung das Anforderungsniveau der Wärmeschutzverordnung vom 11. August 1977 (BGBl. I S. 1554) eingehalten hat oder

2. durch spätere Änderungen mindestens auf das in Nummer 1 bezeichnete Anforderungsniveau gebracht worden ist.“

Quelle: EnEV 2009

Man kann es auch kürzer fassen: Verbrauchsausweise sind zulässig für Gebäude ab 5 WE mit Bauantrag ab dem 01.11.1977. Das bedeutet im Klartext: verordnungsgemäß sind Bestandsbauten, von denen es nicht wenige gibt, mittels Bedarfsausweis schlecht zu rechnen. Der erfahrene Planer (Architekt/Bauing.) und sogar einige Energieberater wissen, dass nur der Vergleich von Bedarf und Verbrauch zu sinnvollen Lösungsansätzen führt. Die Frage ist simpel: Dämmolympiade oder Wirtschaftlichkeit?

Weiterführende Informationen:

normierte Berechnungsfehler

enttarnter Bauphysiknonsens

Theorie und Praxis

Dämmolympiade

Bild: pixelio.de, tigriszka

  1. Du hast noch keine Kommentare.
  1. 21.10.2015 um 06:02

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