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Feuchteschutz einer Fassade und Energieeinsparung

Von wem stammen diese Aussagen zu bauphysikalischen Tatsachen im Zusammenhang mit dem Feuchteschutz nach Beschichtung einer Fassade?

„Bei denkmalgeschützten Bauwerken ist eine thermische Sanierung in Form einer Wärmedämmung häufig unerwünscht oder nur schlecht durchführbar. Deshalb sollte auch über alternative Maßnahmen zur Verminderung der Transmissionswärmeverluste nachgedacht werden. Beispielsweise kann die Reduktion der Regenwasserabsorption an der Außenoberfläche des Mauerwerks … über trockenere Wandmaterialien auch zu einer gewissen Erhöhung des Wärmedurchlasswiderstandes führen.

(wasserabweisende Anstriche) … tragen selbst nichts zur Verbesserung des Wärmedurchlasswiderstandes bei. Sie verhindern lediglich, dass die materialspezifische Wärmedämmwirkung der Wand durch die Aufnahme von Niederschlagswasser beeinträchtigt wird.

Ist eine Außenwand bereits feucht führt die Applikation eines wasserabweisenden Anstrichs … zur Austrocknung des Mauerwerks und der ursprüngliche Wärmedurchlasswiderstand wird wieder hergestellt. Der Unterschied der Transmissionswärmeverluste vor und nach der Austrocknung hängt von der Schlagregenbeanspruchung und von der Wasseraufnahmefähigkeit des Wandbaustoffes ab.“

Stammt dieses Zitat von

a) der SICC GmbH ThermoShield Europe, Berlin, die seit 2003 die ThermoShield Produkte herstellt und vertreibt,
b) der Wacker Chemie AG, die Silikonharzfarben herstellt oder
c) dem Fraunhofer Institut für Bauphysik in seinem Forschungsbericht HTB-13/2007 vom 14.06.2007?

Dazu noch ein kleines Beispiel aus 1999:

Unter der Überschrift „Schematische Gegenüberstellung der Konsequenz aus der Verdunstungstheorie“ wird in der „ThermoShield Wärmefibel“ in einem beispiel gegenübergestellt:
Verluste einer Normalfassade gedämmt bzw. ungedämmt: 116.000 kWh (100%)
Verluste einer Normalfassade mit Thermo-Shield: 79.000 kWh (68%)
Die hier ausgewiesene Wärmeverlustsenkung beträgt 32 % und einschränkend wird angegeben: „Die angegebenen Daten der Thermo-Shield-Beschichtung berücksichtigen zum Beispiel eine mögliche Verringerung der Transmission durch die Erhöhung des Wärmeübergangswiderstandes (um ca. 4k) nicht.“
Demnach beeinflusse ThermoShield den Transmissionswärmebedarf, den Verdunstungswärmebedarf, den Abtrocknungswärmebedarf und die solaren Gewinne.

Und noch ein Zitat:

„ThermoShield ist wetterresistent bei Schlagregen, Hagel und bei Schnee. Damit sorgt die Beschichtung für trockene Baumaterialien und mindert das Risiko einer unerwünschten „Begrünung“ der Fassade, die als Begleiterscheinung bei Kondenswasserbildung häufig auftritt.
Trockene Wände isolieren besser als feuchte und haben eine höhere Speicherfähigkeit für Wärme. So kühlen Gebäude, die mit ThermoShield Exterieur beschichtet wurden, weit langsamer aus als unbeschichtete. Im Dauerbetrieb muss also weniger Energie aufgebracht werden, da der »Speicher Wand« ausreichend gefüllt ist und seine Energie nur langsam abgibt.“

SICC GmbH ThermoShield Europe, Berlin, seit 2003

Was sagt uns das? Milde formuliert: der Grieche sagt „panta rhei“, alles fließt, alles ist in Bewegung. Kommentar? Wozu? Den können wir getrost weglassen. Bei manchen Dingen gilt wahlweise „Es kann nicht sein, was nicht sein darf – es sei denn, wir haben es erfunden.“ oder „Das haben wir doch schon immer gesagt.“

Und für den, der jetzt vielleicht enttäuscht ist, weil kein Preis für die richtige Beantwortung ausgeschrieben ist: was halten Sie vom Wert der Erkenntnis? Zur Not lassen Sie sich mit einer Einladung zum nächsten SOBIC Seminar: „Wärmeschutz mit IR-reflektierenden Folien und Beschichtungen“ trösten.

Auch wenn das Rad immer mal wieder neu erfunden wird, die sagenumwobene Wunderwelt der Bauphysik bleibt voller Überraschungen und Spannung geladen. Selbst wenn man mit Irrungen und Wirrungen konfrontiert wird, Trittbrettfahrten haben einen gewissen Unterhaltungswert. Das ist wie im richtigen Leben.

Wenn Sie sich für eine Sammlung „bauphysikalischer Räder“, die keiner Neuerfindung bedürfen, interessieren, werden Sie hier fündig: Download.

Nachtrag:

Ich hatte gestern ganz vergessen, noch diese Tabelle zu den Wirkmechanismen der thermo- keramischen Membran- Technologie Thermo Shield hinzu zu fügen. Sie ist aus Januar 2005 und entstand im Ergebnis des ThermoShield Kongresses im November 2004. Sie ist 2006 in der Zeitschrift BAUPHYSIK nachgedruckt worden und mittlerweile von namhaften Instituten verifiziert worden. Eine Anmerkung mit selbstkritischem Anschein: der Anteil der Enthalpie kann durchaus höher sein, da wir von Hr. Künzels Dissertation aus 1994 wissen, dass die Regenenthalpie fast das 4-fache der Transmission betragen kann. Na ja, panta rhei.

  1. Du hast noch keine Kommentare.
  1. 02.02.2012 um 22:10

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