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InWIS Studie entlarvt EnEV-Schönrechner vom Passivhaus-Institut

Hierzu genügt die Wiedergabe des Sachverhaltes durch Zitat. Jeglicher Kommentar erübrigt sich.

„6. Schlussfolgerungen für die EnEV und die KfW Förderung

Der Versuch nachzuweisen, dass energetische Sanierungsmaßnahmen, die den verschärften Anforderungen der EnEV-Novelle entsprechen, wirtschaftlich sind, ist gescheitert. Vielmehr ist anzunehmen, dass energetische Modernisierungsmaßnahmen im Wohnungsbestand in einer großen Zahl von Fällen nicht wirtschaftlich sind. Die aufgrund vorliegender Erkenntnisse (insbesondere der BSI-Studie) begründete Vermutung, dass eine etwaige Verschärfung der EnEV die Eigentümer von vermieteten Wohnungen in unverhältnismäßiger Weise wirtschaftlich belastet, ist nicht entkräftet worden.

Aufgrund der empirisch beobachtbaren Zurückhaltung bei der energetischen Sanierung des Wohngebäudebestands ist nach wie vor zu vermuten, dass eine energetische Sanierung unter den gegebenen Rahmenbedingungen in vielen, im Hinblick auf die Erreichung der Klimaschutzziele zu vielen Fällen nicht wirtschaftlich ist, zumindest nicht aus der Sicht der Eigentümer.“

aus: „6. Schlussfolgerungen für die EnEV und die KfWFörderung“ in: Prof. Dr. Volker Eichener, Fachhochschule Düsseldorf, InWIS Institut für Wohnungswesen, Immobilienwirtschaft, Stadt- und Regionalentwicklung an der Ruhr-Universität Bochum: „Wirtschaftliche Vertretbarkeit der Verschärfung der EnEV-Anforderungen für den Mietwohnungsbestand“, Wissenschaftliche Stellungnahme zu den Aussagen über die Wirtschaftlichkeit energetischer Sanierungsinvestitionen im Wohnungsbestand im „Endbericht: Bewertung energetischer Anforderungen im Lichte steigender Energiepreise für die EnEV und die KfW-Förderung, Projekt-Nr. 10.8.17.7-06.13, Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung sowie des Bundesamts für Bauwesen und Raumordnung“, erstellt vom Passivhaus Institut *** von Oliver Kah et al., Darmstadt, Februar 2008, im folgenden „Endbericht“ genannt. Bochum, 1. September 2008

„Zusammenfassende Bewertung
Insgesamt zeigt der Endbericht eine Reihe von gravierenden Schwächen:

  • Das Ergebnis des Endberichts, dass energetische Investitionen wirtschaftlich seien, gründet sich nicht auf empirische Untersuchungen, sondern auf bloße Modellrechnungen.

  • Die Modellrechnungen sind im Einzelnen unvollständig, nachlässig, inkonsistent und dadurch nicht nachvollziehbar.

  • Die Modellrechnungen gelten offenbar nur für ein (nicht näher spezifiziertes) Modellgebäude und sind deshalb für den größten Teil der Bestandsgebäude, die von diesem Modell abweichen, wertlos.

  • Das gewählte Verfahren der Investitionsrechnung (Annuitätenmethode) ist veraltet, entspricht nicht mehr der immobilienwirtschaftlichen Praxis, ist der Fragestellung nicht angemessen und läuft darauf hinaus, die Risiken von energetischen Sanierungsinvestitionen zu verschleiern, insbesondere das Zinsänderungsrisiko.

  • Auf der Erlösseite nominale Energiepreissteigerungen und gleichzeitig auf der Kostenseite den Realzins zu verwenden, ist unseriös und läuft auf ein Schönrechnen der Wirtschaftlichkeit von energetischen Sanierungsinvestitionen hinaus.

  • Die Annahme eines konstant niedrigen Realzinses über 20 Jahre hinweg ist aufgrund der historischen Erfahrungen unrealistisch und läuft auf ein Schönrechnen der Wirtschaftlichkeit von energetischen Sanierungsinvestitionen hinaus.

  • Die Annahme steigender Energiepreise ist nicht begründet und aufgrund der historischen Daten unsicher. Sie läuft auf ein Schönrechnen der Wirtschaftlichkeit von energetischen Sanierungsinvestitionen hinaus. Der vorsichtige Kaufmann und gesetzlich zur Risikovorsorge verpflichtete institutionelle Investoren würden grob fahrlässig handeln, wenn sie Investitionsentscheidungen auf Preisextrapolationen gründen, an deren Zuverlässigkeit begründete Zweifel existieren.

  • Die Wirtschaftlichkeitsrechnungen setzen voraus, dass die Kosten der energetischen Modernisierung durch Energieeinsparungen kompensiert werden. Dies ist im Mietwohnungsbestand allein aus mietrechtlichen Gründen nicht zulässig. Die Wirtschaftlichkeitsrechnungen sind daher für den Mietwohnungsbestand ohne jegliche Aussagekraft.

  • Der Abzug von Ohnehin-Kosten für Reparaturen sowie eines Restwerts, der sich bei den Dämmmaßnahmen auf eine angenommene Lebensdauer der Energiesparmaßnahme von 50 Jahren gründet, entspricht nicht der Kalkulationsweise privater Eigentümer, beruht auf nachweislich unrealistischen Annahmen und läuft auf ein Schönrechnen der Wirtschaftlichkeit von energetischen Sanierungsinvestitionen hinaus.

  • Aspekte, die die Wirtschaftlichkeit von energetischen Sanierungsinvestitionen reduzieren (beispielsweise Flächenverluste beim Aufbringen von Innendämmung) werden wider besseres Wissen in den Wirtschaftlichkeitsrechnungen nicht berücksichtigt.

Jeder einzelne Mangel wäre bereits für sich betrachtet so gravierend, dass das Ergebnis des Endberichts, nämlich dass energetische Sanierungsmaßnahmen wirtschaftlich seien („Energieeffizienz lohnt“), in Zweifel gezogen werden müsste.

In Summe aller Mängel ist die Studie wertlos.“

Tipp: die Studie ist als PDF downloadbar, Internetseite der DGfM

*** Passivhaus-Institut, Zitat: „Das Passivhaus Institut (PHI) ist ein unabhängiges Forschungsinstitut unter der Leitung von Dr. Wolfgang Feist mit einem interdisziplinären Team von derzeit 23 Mitarbeitern. Unsere Aufgaben liegen in der Forschung und Entwicklung im Bereich der hocheffizienten Energienutzung bei Gebäuden.“ Kommentar: das Institut muss dermaßen unabhängig sein, dass Herr feist dies hat fett drucken lassen.

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