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EnEV gefährdet Investitionen im Wohnungsbau

Neufassung der Energieeinsparverordnung setzt den falschen wohnungsbaupolitischen Kurs fort
EnEV gefährdet Investitionen im Wohnungsbau – der Bundesrat ist gefordert

– Unabhängiges Gutachten belegt Mängel im Bericht der Bundesregierung
– Drastische Folgen für den Wohnungsbau befürchtet

Berlin, 15. September 2008. Die von der Bundesregierung verabschiedete Verschärfung der Energieeinsparverordnung (EnEV) lässt sich wirtschaftlich nicht begründen und bringt eine massive Belastung für Immobilienbesitzer und Bauwirtschaft. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerksbau e.V. (DGfM) hin. Nach Plänen der Bundesregierung soll die novellierte EnEV ab Januar 2009 dafür sorgen, dass die Anforderungen an die Energieeffizienz um 30 Prozent verschärft werden; und zwar für Neubauten sowie für den Immobilienbestand. Bis 2012 sollen noch einmal 30 Prozent folgen.

„Das neue Gutachten von Professor Dr. Volker Eichener weist wie mehrere unabhängige Gutachten zweifelsfrei nach, dass eine Verschärfung der Energieeinsparverordnung nicht wirtschaftlich ist. Daher fordern wir den Bundesrat auf, seine Zustimmung zur Änderung der Verordnung zu verweigern. Es war ein Schritt in die richtige Richtung, dass der Bundesrat aktuell keine Zustimmung mehr empfiehlt“, erklärt Dr. Hans Georg Leuck, Vorsitzender der Gesellschaft für Mauerwerksbau. „Mit der EnEV-Novelle würde die falsche Wohnungsbaupolitik der letzten Jahre fortgesetzt. Sie würde Investitionen behindern. Stattdessen brauchen wir eine spürbare Entlastung für mehr Investitionen in den Neubau und Bestand von Wohnungen.“

Schon im vergangenen Jahr hatte die Länderkammer dem Plan der Bundesregierung nicht zugestimmt, die Energieanforderungen in Gebäuden um 30 Prozent zu verschärfen sowie künftig mindestens 20 Prozent des Endenergiebedarfs über erneuerbare Energien vorzuschreiben. „Der Bundesrat hat seine Zustimmung letztes Jahr mit Recht versagt“, erläutert DGfM-Geschäftsführer Dr. Ronald Rast, denn „es kann nicht nachgewiesen werden, dass sich energetische Investitionen rechnen“. Und das gelte nach wie vor.

Unabhängiges Gutachten belegt Mängel im Bericht der Bundesregierung

Rast kritisiert, dass die Bundesregierung im August zur EnEV-Novelle zwar ein Gutachten des Darmstädter „Passivhaus Instituts“ vorgelegt habe, dieses aber gravierende Schwächen beinhalte. Tatsächlich weist Professor Dr. Volker Eichener in einem Gutachten nach, dass die Studie aufgrund zahlreicher Mängel wertlos ist. Der Experte der Fachhochschule Düsseldorf und des Instituts für Wohnungswesen, Immobilienwirtschaft, Stadt- und Regionalentwicklung GmbH an der Ruhr-Universität Bochum kommt in seiner Analyse zu dem Ergebnis, dass sich eine energetische Sanierung bei der Erreichung von Klimaschutzzielen für Immobilieneigentümer in vielen Fällen nicht auszahlt. Das vollständige Gutachten findet sich unter: dgfm.de/pdf-dateien.

Die Bundesregierung geht jedoch davon aus, dass der Wirtschaft durch diese Verordnung zwar zusätzliche Kosten entstehen, der Mehraufwand sich aber amortisiert. Bei Neubauten sei dies deutlich vor Ablauf der technischen Lebensdauer der Fall, bei Bestandsbauten innerhalb angemessener Fristen, heißt es zur EnEV-Novelle. „Hier werden hohe Investitionen schön gerechnet“, erläutert Dr. Hans Georg Leuck. Man könne heute nicht fest einplanen, wie sich nominale Energiepreise oder auch Zinsen entwickeln. „Daher warne ich davor, Haus- oder Wohnungsbesitzern vorzugaukeln, energetische Sanierungsinvestitionen würden sich für sie mittelfristig auszahlen“, sagt der DGfM-Vorsitzende.

Drastische Folgen für den Wohnungsbau befürchtet

Dass Immobilienbesitzer und Bauherren die stetig schärfer werdenden Einsparverordnungen kritisch werten, belegt der Einbruch bei Baugenehmigungen sowie die deutliche Zurückhaltung bei der Sanierung des Wohngebäudebestands. Laut Statistischem Bundesamt sind 2007 rund 157.000 und damit etwa 59.000 Baugenehmigungen weniger als im Vorjahr erteilt worden. Der Immobilienverband IVD schätzt den volkswirtschaftlichen Schaden infolge dieses Einbruchs auf knapp elf Milliarden Euro. Auch die Baugenehmigungen für Bestandswohnungen, also die umfassende Sanierung bestehender Gebäude, sind laut IVD 2007 deutlich um 19,3 Prozent gesunken. „Diese Entwicklung hat dramatische, negative Folgen für den Neubau von Wohnungen in Deutschland, die durch die EnEV-Novelle noch einmal verstärkt würde“, bestätigt DGfM-Geschäftsführer Dr. Ronald Rast und erläutert: „Die vielen neuen Verordnungen und Novellen haben Immobilienbesitzer und Bauherren massiv verunsichert.“ Die Folge sei, dass nicht mehr, sondern weniger in Gebäude und Wohnungen investiert werde. Das schade nicht nur der Volkswirtschaft und der Bauwirtschaft, sondern auch dem richtigen Ziel mehr Klimaschutz durch Investitionen in Immobilien zu erzielen.

Aussender:
DGfM, 15.09.2008

Diese Meldung ist im Zusammenhang mit dem Artikel
Investitionen á la EnEV ohne Refinanzierung
zu betrachten und zuw erten.

Kategorien:EnEV
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