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Verbraucherpreise Juli 2008: + 3,3% zum Juli 2007

Energie und Nahrungsmittel sorgen weiterhin für Preisauftrieb

WIESBADEN – Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, ist der Verbraucherpreisindex für Deutschland im Juli 2008 gegenüber Juli 2007 um 3,3% gestiegen. Die Inflationsrate verblieb damit auch im Juli 2008 auf ihrem höchsten Stand seit fast 15 Jahren (Dezember 1993: + 4,2%; Juni 2008: + 3,3%). Im Vergleich zum Vormonat Juni 2008 erhöhte sich der Index um 0,6%. Die Schätzung für Juli 2008 wurde damit bestätigt.

Die Inflationsrate im Juli 2008 ist wesentlich vom Preisauftrieb der Verbrauchsgüter (+ 8,2%) geprägt, vor allem die Preise für Energie und Nahrungsmittel lagen im Juli 2008 mit 15,1% und 8,0% weit über dem Vorjahresmonat und erklären gut zwei Drittel der gesamten Preissteigerungsrate.

Im Energiebereich erhöhten sich insbesondere die Preise für Mineralölprodukte (+ 24,0%; davon leichtes Heizöl: + 59,4% und Kraftstoffe: + 15,2%). Überdurchschnittliche Preissteigerungen waren auch bei den anderen Haushaltsenergien (Gas: + 8,1% und Strom: + 6,8%) zu beobachten, jedoch lagen diese deutlich unter denen der Mineralölprodukte. Ohne Einrechnung der Preisentwicklung für Energie (Haushaltsenergie und Kraftstoffe) hätte die Teuerungsrate bei + 1,9% gelegen.

Unter den Nahrungsmitteln waren Molkereiprodukte und Eier erheblich teurer als ein Jahr zuvor (+ 18,0%; darunter Quark: + 28,4%; Schnittkäse: + 27,1% und Joghurt: + 16,9%), gefolgt von Speisefetten und -ölen (+ 17,0%; darunter Pflanzenöl: + 29,9% und Butter: + 13,2%) sowie Brot und Getreideerzeugnissen (+ 9,1%; darunter Nudeln: + 28,8% und Brötchen: + 9,1%). Deutlich teurer geworden ist im Juli 2008 auch die Tafel Schokolade (+ 14,6% gegenüber Juli 2007). Unterdurchschnitt­liche Preiserhöhungen waren dagegen bei Fisch und Fischwaren (+ 1,4%) zu verzeichnen.

Im Vergleich zu den Verbrauchsgütern wirkt die Preisentwicklung für Gebrauchsgüter mit mittlerer Lebensdauer (− 0,2%; darunter Bekleidung und Schuhe: − 0,9%) sowie für langlebige Gebrauchsgüter (− 0,6%; darunter Informationsverarbeitungsgeräte − 15,6% und Haushaltsgeräte: − 0,5%) dämpfend auf die Inflation. Dienstleistungen lagen im Schnitt um 1,5% über den Indexstand des Vorjahres (darunter Versicherungsdienst­leistungen: + 3,8% und Nettokaltmieten: + 1,3%).

Die relative hohe Veränderungsrate des Verbraucherpreisindex von 0,6% gegenüber dem Vormonat Juni 2008 verursachten in erste Linie die zu Ferienbeginn deutlich teurer gewordenen Pauschalreisen (+ 13,8%), Beherbergungsdienstleistungen (+ 9,7%; darunter Mieten für Ferienwohnungen: + 27,1%) sowie Flugreisen (+ 8,9% ). Auch für Kraftstoffe mussten die Verbraucher im Urlaubsmonat Juli 2008 mehr zahlen (+ 1,4%); damit erreichten die Preise für Kraftstoffe einen neuen Höchststand.

Binnen Monatsfrist stiegen die Nahrungsmittelpreise im Schnitt um 0,3%. Typisch für diese Jahreszeit ist der saisonbedingte Preisrückgang für einige Gemüsesorten (darunter Gurken: − 12,5% und Salat: − 7,4%), während sich beim Obst die Orangen (+ 5,8%) und die Äpfel (+ 5,0%) verteuerten. Auch für Milch sowie für Speisefette und -öle gab es wiederholt Preiserhöhungen (darunter Butter:+ 5,8%; Pflanzenöl:+ 3,4% und frische Vollmilch: + 2,3%). Geringere Preise als im Juni 2008 waren dagegen unter anderem bei Bekleidung und Schuhen (− 3,1%; davon Bekleidung: − 3,4% und Schuhe: − 1,6%) zu beobachten, Preisnachlässe gab es insbesondere für Artikel im Sommerschlussverkauf.

Der für europäische Zwecke berechnete harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) für Deutschland lag im Juli 2008 um 3,5% höher als im Juli 2007. Im Vergleich zum Vormonat stieg der Index um 0,7%. Die Schätzung für den HVPI vom 29. Juli 2008 wurde damit leicht nach oben korrigiert.

Detaillierte Informationen zur Verbraucherpreisstatistik bietet die Fachserie 17, Reihe 7, die im Publikationsservice des Statistischen Bundesamtes kostenlos erhältlich ist.

Statistisches Bundesamt
Pressemitteilung Nr. 291
vom 14.08.2008

Kategorien:Energiepreise
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