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Eselskarren, enge WG, Trockendusche – alles für die Umwelt?

„Verzichten für Umweltschutz: Auto und Wohnraum tabu

Um die Umwelt zu schonen, ist die absolute Mehrheit nicht zu tiefen Einschnitten in den persönlichen Lebensstil bereit. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage des Immobilienportals Immowelt.de.

Nürnberg, 6. August 2008. Das Votum für das Auto ist eindeutig: 89 Prozent der Deutschen wollen auf keinen Fall den eigenen Pkw aus Umweltschutzgründen abschaffen. Sie setzen beim Umweltschutz vielmehr auf Energie-Sparmaßnahmen im Kleinen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Verbraucher-Befragung von Immowelt.de (www.immowelt.de), einem führenden Immobilienportal.

Und auch beim Wohnen ist die Mehrheit der Deutschen nicht bereit, sich einzuschränken: 62 Prozent würden der Umwelt zuliebe nicht auf großen Wohnraum verzichten. Abstriche beim Autofahren und beim Wohnen werden als tiefe Einschnitte in den persönlichen Lebensstil empfunden.

Aktiver Umweltschutz beginnt für die Mehrheit der Deutschen eher im Kleinen. So liegen Sparmaßnahmen beim Strom-, Wasser- und Heiz-Verbrauch hoch im Kurs. Wenn es der Umwelt dient, haben die meisten weniger Probleme auf den Stand-by-Betrieb von Elektrogeräten (81 Prozent), regelmäßiges Baden (68 Prozent) und ausgedehnte heiße Duschbäder (58 Prozent) zu verzichten. Sparen hilft schließlich nicht nur der Umwelt, sondern auch dem eigenen Geldbeutel.

An der aktuellen Verbraucher-Befragung haben über 1.400 Personen teilgenommen, die auf Immowelt nach der passenden Immobilie gesucht haben.“

Presse-Information Immowelt.de

Nürnberg, 06. August 2008

Kommentar: ohne

dafür: Gedanken zum Thema

Hier drängen sich Fragen über Fragen auf:

Schützen wir die Umwelt, wenn wir auf unseren Pkw verzichten?

Schützen wir die Umwelt, wenn wir auf „großen Wohnraum“ verzichten?

Dient es der Umwelt, wenn wir weniger duschen und baden?

Und zu guter Letzt:

Was bedeutet Umweltschutz eigentlich?

Warum muss immer Deutschmichel herhalten?

Pkw

Wie hoch wird wohl der Anteil derer sein, die aus Jux und Dollerei in der Gegend herumfahren? Dem Deutschmichel als Arbeitsnehmer wird ein hohes Maß an Flexibilität abverlangt. Regional ist es schlichtweg unmöglich, dem ohne eigenen Pkw gerecht zu werden: „Chef, ich muss jetzt leider los, mein einziger Bus nach Kleinkleckershausen geht in einer Viertelstunde.“ Inzwischen nähern wir uns mit den Spritpreisen einer Marge, wo der Weg zur Arbeit ein Kostenfaktor beim Wohnen wird. Jahrelang haben unsere Weisheitsprediger die Landflucht durch Steueranreize in Gang gesetzt (Pendlerpauschale, Eigenheimzulage, Erwerbsförderung). Jetzt sind Pendlerpauschale und Eigenheimzulage passé. Seht also zu, dass ihr wieder in die Städte zieht. Durch die Entwicklung „zurück in die Stadt“ geben die Immobileinpreise in den so genannten Speckgürteln nach. Davon abgesehen, zieht Otto Normalverbraucher nicht so schnell um, wenn er noch sein Einfamilienhaus abzahlen muss. Jeden tag zig km mit dem Fahrrad sind sportlich gesehen lobenswert, realistisch gesehen aber nicht für jeden umsetzbar. Und wie attraktiv sind die Angebote im Öffentlichen Personen-Nahverkehr? Also kann doch nur eine kleine privilegierte Gruppe den eigenen Pkw abschaffen. Der Treppenwitz von Frau Schmidt kann ja wohl nicht der Maßstab sein.

Wohnraum

Mehr Wohnraum bedeutet mehr Verbrauch an Heizenergie. Mittlerweile wissen wir aber auch, dass der Zuwachs an Wohnfläche p.a. deutlich abgenommen hat. Fiskalische Steuerelemente bewirken, dass wir uns ganz offensichtlich einer Asymptote nähern. Nebenher ist die Bevölkerung am Abnehmen – in der Zahl, nicht am Durchschnittsgewicht. Statt mit kluger Familienpolitik versucht unsere Politikerkaste dies mit verstärkter Zuwanderung auszugleichen. Die daraus resultierenden Probleme sind regional bereits jetzt irreversibel angewachsen. Unter der wunderschönen Tarnbezeichnung „Stadtumbau“ wird mit dem Einsatz von Steuergeld der Wohnungsbestand reduziert (Rückbau bedeutet Abriss). Böse Zungen behaupten, es wird mehr abgerissen als nötig, um die Mietpreise „zu stabilisieren“ (Klartext: das Angebot zu reduzieren). Sollte der Abriss forciert werden oder dürfen wir uns Wohnraum als Zeichen von Lebensqualität gönnen? Oder „der Umwelt zuliebe“ WG gründen und vielleicht noch das liebe Vieh mit reinholen? So ein Kuschelschaf wärmt mit, nicht nur als Pullover.

Wasserverbrauch

Duschen ist ja schon die Sparvariante, bei der man ein Mehrfaches weniger an Wasser benötigt als beim Baden. Jetzt soll auch noch weniger geduscht werden? Wie wäre es, wenn zumindest kalt geduscht wird? Wasser sparen wird ohnehin bestraft – na ja, zumindest nicht belohnt. Es ist in den letzten Jahren so viel gespart worden, dass die Wasserbetriebe Trinkwasser einsetzen müssen, um die Kanalisation zu spülen. Das treibt den Preis hoch. Und mal ehrlich: wo haben Monopole schon zu Preisrückgängen geführt? Noch dazu ist das Märchen von der Wasserknappheit das, was es ist: ein Märchen. Also: sparen oder nicht – der „Verbraucher“ ist allemal der Dumme.

Unsere modernen effizienten Geräte

Zum Lebensstandard gehört ein immer besserer Ausstattungsgrad an Elektrogeräten. Wer wird wohl heutzutage bereit sein, seinen Waschautomaten gegen Zuber, Waschbrett und Handrolle zum Trocknen einzutauschen? Die Frage ist: wie effizient sind die als effizient angepriesenen Geräte wirklich? Die sind so effizient, wie „der Markt“ es verlangt. Für wenig Geld kann man nicht so sparsame Geräte bauen wie für mehr Geld. Einen Waschautomaten kann man neu für 999 Euro kaufen, aber auch gebraucht für 99 Euro mit 1 Jahr Garantie. Ein Ansatz zum Sparen besteht darin, den Standby-Betrieb wegzunehmen. Das bedeutet in der Konsequenz: vom Netz nehmen statt ausschalten. Bei Geräten wie dem Anrufaufzeichner ist das undenkbar. Bei Geräten wie Radio und TV ist das möglich, wenngleich jedes Mal die Neubelegung der Speicherplätze anstrengend sein dürfte. Das ist auch heute noch nicht selbstverständlich, dass die Speicherung wie beim PC funktioniert.

Umweltschutz – koste es was es wolle

Wann spricht mal jemand darüber, dass der Mensch zur Umwelt gehört und auch geschützt werden muss. Z.B. vor zuviel Umweltschutz. Vor Umweltschutz ohne Sinn und Verstand. Vor Umweltschutz ohne Rücksicht auf die Kosten. Vor Umweltschutz, der in seiner heutigen radikalen und irrationalen Form nicht davor zurückschreckt, die Wirtschaft platt zu machen. Wann kommt mal klar zur Sprache, dass „der Umweltschutz“ zum reinen Ablasshandel degeneriert ist. Das hat er nicht allein getan, das haben bestimmte Menschengruppen bewirkt. Da es immer interessierte Kreise gibt, die am „Umweltschutz“ verdienen, wird es auch immer Menschengruppen geben, die dafür finanziell zur Ader gelassen werden. Die Botschaft dabei: du verbrauchst Energie, du verbrauchst Ressourcen, damit schädigst du die Umwelt – und dafür musst du büßen! Im damaligen Ostblock wurde gnadenlos der Weltfrieden geschützt, heute ist die Umwelt dran.

Sie dürfen diskutieren.

Sie dürfen sich mit Fakten befassen:

Wie man mit Statistik Energie einspart.

Energieverbrauch und Energieeinsparung – eine Frage der Darstellung

  1. 30.01.2018 um 19:17

    Apropos Eselkarren – alles ist nur eine Frage der Zeit:

    Im Focus:
    Nachrichten Finanzen Wirtschafts-News Konjunktur Zweibrücken: Grünen-Politikerin will Esel-Taxis einführen
    Weil keine Busse mehr fahren
    Grünen-Politikerin will Esel-Taxis einführen

    Wer auf dem Land wohnt, ist oft auf das eigen Auto angewiesen. Busse fahren vielerorts nur selten und dann auch nicht sehr lange. Das will die Lokalpolitikerin Susanne Murer aus Zweibrücken nun ändern – mithilfe von Esel-Taxis.

    „Wir suchen derzeit Esel und zwar deutschlandweit“, zitiert der „Pfälzische Merkur“ die Politikerin. „Wir wollen mit zwei Eseln starten – einem Männchen und einem Weibchen. Die Tiere kosten ja Geld, deswegen wollen wir selber in die Zucht einsteigen.“

    Liken

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