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Wohnungsbestand, EnEV-Niveau, Förderung

BAUNETZ WISSEN informiert in seinem „Newsletter Geneigtes Dach |Juli 08“ vom 24.07.2008 über den Dämmstandard in Deutschland. „Infoline Partner“ für den Bereich Geneigtes Dach ist die Firma G+H Isover. Zum Gebäudebestand erfahren wir:

„Mehr als 80 Prozent des Gebäudebestandes in Deutschland entsprechen nicht der aktuellen Energiesparverordnung (EnEV), stellt die Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung e.V. fest. Bei schlecht gedämmten Wohnhäusern können rund 20 Prozent der Energie über das Dach verloren gehen. Mit einer optimalen Dämmung können so leicht 500 Euro Nebenkosten pro Jahr eingespart werden. Jedes Dach muss laut EnEV so gedämmt sein, dass der U-Wert nicht höher ist als 0,30 W/m²K. … Für die Novellierung der EnEV im Jahr 2009 ist geplant, diesen Wert auf 0,20 W/m²K zu erhöhen.“

Die Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung e.V. ist ein Marketingverbund, der sich selbst wie folgt beschreibt: „Die HEA – Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung e.V. mit Sitz in Berlin ist der Marktpartnerverbund der Energiewirtschaft. Getragen wird die HEA-Fachgemeinschaft von den Dachverbänden BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V., ZVEI – Zentralverband der Elektrotechnik und Elektronikindustrie e.V. sowie den Spitzenorganen des Handwerks, dem Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) und dem Zentralverband Sanitär, Heizung, Klima (ZVSHK). Mitglieder sind Energieversorgungsunternehmen und Unternehmen der Elektroindustrie.“

Die Nachricht bedeutet, knapp 20 Prozent des Gebäudebestandes in Deutschland entsprechen der aktuellen Energiesparverordnung (EnEV).

Die aktuelle Energiesparverordnung (EnEV) ist die EnEV 2006 vom 24.07.2007, welche seit 26. Juni 2007 gilt und die EnEV vom 2. Dezember 2004 außer Kraft setzt. Über die Historie der Verordnungen infomiert richtigbauen.de.
http://www.richtigbauen.de/info/rules/r18.htm

Zum Wohnungsbestand findet man Daten u.a. im 3. Bauschadensbericht der Bundesregierung von 1995 (Tabelle auf Seite 12):
bis 1918: 20,4 %
1918 – 1948: 13,0 %
1949 – 1970: 35,3 %
1971 – 1990: 29,6 %
1991 – 1992: 1,8 %

Gemäß Statistischem Bundesamt hat sich der Wohnungsbestand wie folgt entwickelt:
2003: 39,1415 Mio.
2004: 39,3623 Mio.
2005: 39,5512 Mio.
2006: 39,7537 Mio.
Quelle ist die Tabelle mit Wohnungen in Wohn- und Nichtwohngebäuden.

Im 3. Bauschadensbericht der Bundesregierung von 1995 ist von rund 34 Mio. Wohnungen die Rede – davon mehr als ein Drittel aus der „Nachkriegszeit zwischen 1949 und 1970 – und in den zehn Jahren von 1993 bis 2002 wurden rund 5 Mio. Wohnungen gebaut. Genauere Daten liefert die Publikation „Bestand an Wohnungen und Wohngebäuden. Abgang von Wohnungen und Wohngebäuden. Lange Reihen ab 1968 – 2006“ vom Statistischen Bundesamt, erschienen am 14.09.2007. Demnach waren es 1994 34,70 Mio. Wohnungen in 15,52 Mio. Gebäuden, 2006 38,97 Mio. Wohnungen in 17,74 Mio. Gebäuden.

Da noch nicht genau bekannt ist, wie viele Wohnungen im Zeitraum 2007 bis Juli 2008 errichtet wurden, kann man vom jeweiligen Zuwachs im Zeitraum 2002 bis 2006 nur schätzen, dass es rd. 300.000 sind. Wo die Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung e.V. ihre Zahlen her hat, wäre noch herauszufinden.

Demnach entsprechen rund 7,9 Mio. Wohnungen des Gebäudebestandes in Deutschland der aktuellen Energiesparverordnung (EnEV). Demnach entsprechen rund 31,4 Mio. Wohnungen des Gebäudebestandes in Deutschland der aktuellen Energiesparverordnung (EnEV).

Die energetische Sanierung kostet natürlich Geld. Es wird gern auf Förderung zurückgegriffen. Allein in 2006 wurden 14.204 Wohnungen im Bestand mit 1.088.640.000 EUR (1,09 Mrd.) gefördert. Davon wurden aber nur 268,4 Mio. EUR für Modernisierung aufgewendet, im Bereich der privaten Haushalte 774,8 Mio. EUR für den Erwerb vorhandenen Wohnraums. Im Bereich Neubau wurden 2006 21.103 Wohnungen mit 3,765 Mrd. EUR (davon 1,165 Mrd. EUR mit Mitteln aus öffentlichen Haushalten und 1,69 Mrd. EUR mit Kapitalmarktmitteln).

Diese kurze Betrachtung soll Ausgangspunkt für weitere Überlegungen sein.

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