Energetische Sanierung ohne Refinanzierung
Der Energieausweis taugt etwas bzw. auch nichts; in Berlin wird er wenig nachgefragt bzw. wird er Mietinteressenten vorenthalten. Eine ausreichende Grundlage für Modernisierungsentscheidungen ist er nicht, nur durch Förderung und Hemmnisabbau wird hier mehr zu erwarten sein. Investitionen in Energiesparmaßnahmen betragen 200 bis 400 Euro/m² – durch vermiedene Heizkosten refinanzieren sie sich nicht. Dank der Rechtsprechung durch den BGH bezahlt der Mieter mehr Umlagen, als er an Heizkosten spart. Es sind neue Ansätze zu finden.
Zitat #1:
„Das Einsparpotenzial durch energetische Modernisierung ist nicht so groß, dass sich die Investition durch vermiedene Heizkosten beim Mieter refinanziert. Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder der Mieter bezahlt mehr Umlagen, als er an Heizkosten spart oder aber der Vermieter verzichtet auf seine Refinanzierung. Und das wollen die Mieter nicht, noch können das die Mieter leisten.“
Zitat #2:
„Man könne keine Investitionen auslösen, wenn man bereits jetzt wisse, dass die EnEV schon in wenigen Jahren weiter verschärft werde. Dies sei politischer Unsinn, weil man sich ständig selbst überholen wolle.
Zudem zeichne sich bereits jetzt ab, dass eine energetische Sanierung von Gebäudehülle, Fenstern und Heizung vielfach nicht wirtschaftlich sei. So müsste bei einem Mehrfamilienhaus der Mieter nach einer energetischen Sanierung rund einen Euro pro qm Wohnfläche zusätzlich tragen, während die Heizkosteneinsparung im besten Fall 80 Cent betrüge und sich die Investitionen für Eigentümer häufig erst nach rund 15 Jahren Vollvermietung rechneten.“
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